„Grüne wollen zulegen“ (Neue Westfälische, 30.05.09)
Juni 1, 2009
Bislang sind die Grünen mit vier Sitzen im Rat vertreten. „Und diese Zahl ist noch ausbaufähig“, gab sich die Fraktionsvorsitzende Regina Schlüter-Ruff optimistisch. Beste Chancen auf den Einzug ins Stadtparlament haben Schlüter-Ruff, Klaus-Hermann Bunte, Regine Steffen, Martin Zöllner und Thomas Haemisch. Sie wurden auf die Plätze eins bis fünf der Reserveliste gewählt.
Wie die Neue Westfälische gestern exklusiv berichtete, wollen die Grünen auch mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten in den Wahlkampf ziehen, dem 47-jährigen Klaus-Hermann Bunte. Der Sonderschul-Lehrer ist seit 1989 Mitglied bei den Grünen und seit 15 Jahren Ratsherr in Enger.
Mit seiner Kandidatur bewerben sich nun drei Politiker um den Einzug ins Engeraner Rathaus: Amtsinhaber Klaus Rieke (SPD), der CDU-Fraktionsvorsitzende Karsten Glied und Klaus-Hermann Bunte.
„Als Zeichen von Unabhängigkeit haben wir uns entschieden, einen eigenen Kandidaten aufzustellen“, sagte Schlüter-Ruff. Nach der Kommunalwahl 2004 habe es zunächst nach einer erfolgversprechenden Kooperation zwischen Grünen und SPD ausgesehen, sagte Schlüter-Ruff und nannte die Modernisierung des Gartenhallenbades. „Danach ebbte die Zusammenarbeit aber immer mehr ab.“
Vor allem gegenüber Amtsinhaber Klaus Rieke wolle man sich darum mit Buntes Kandidatur positionieren, sagte Schlüter-Ruff. „Wir sind kein Anhängsel von jemandem, und so wollen wir auch in der kommenden Legislaturperiode auftreten.“
Die Grünen ziehen darum mit konkreten politischen Vorstellungen für die nächsten fünf Jahre in den Wahlkampf: „Wir wollen zum Beispiel die Bürger mehr als heute an den Entscheidungen über die Zukunft unserer Stadt beteiligen“, sagte Bunte. So wolle man einen unabhängigen Beirat aus Bürgern – zum Beispiel Architekten, Stadtplaner oder Gartenbauer – einsetzen, der die Politik in städtebaulichen Fragen unterstützt.
Auch für die Jugend wollen die Grünen etwas tun und dem Neuen Forum einen Raum geben. Die Stadt solle dafür das Gebäude des ehemaligen Aldi-Marktes an der Liesberg-Mühle kaufen oder pachten und es den Jugendlichen zur Verfügung stellen. Außerdem setzt sich die Partei für eine gut erreichbare Skateranlage in jedem Stadtteil ein.
Doch auch ihre klassischen Themen – Umwelt und Naturschutz – wollen die Grünen nicht vernachlässigen: So wollen sie den Baumbestand in und um Enger vergrößern und auch an innerstädtischen Straßen Alleen anlegen.
„Wir wollen aber auch eine intelligente Straßenbeleuchtung, die durch Bewegungsmelder gesteuert wird und nur dann leuchtet, wenn Bedarf besteht“, sagte Martin Zöllner. Auf diese Weise könne Energie gespart werden, ohne das Sicherheitsbedürfnis der Bürger zu vernachlässigen. Die Straßenlaternen komplett abzuschalten, wie es etwa in anderen Städten Praxis ist, lehnen die Grünen indes ab.
Darüber hinaus möchte die Partei den Freizeitwert in Enger erhöhen und in Oldinghausen einen See anlegen. Dazu sollten die ehemaligen Abbaugruben hinter dem „Weißen Stein“ überflutet werden.
„So könnte man seine Freizeit vor Ort genießen“, meint Bunte. Finanziert werden könnte das Projekt nach Vorstellung der Grünen durch Privatinvestoren und die Stadt.
(aus der Neuen Westfälischen, Lokalausgabe Enger-Spenge, vom 30.05.2009)
